Trendanalyse: Sinkende Nachfrage in der Reisemobil-Branche – wie Du als Betroffener in der Bodensee-Region jetzt reagieren kannst
Noch vor Kurzem schien der Caravan-Boom unaufhaltsam. 2024 meldete die Branche zwar noch starke Zahlen, aber seit Ende 2024/2025 hat der Markt spürbar an Fahrt verloren: Neuzulassungen schwächeln, Lager sind voll, Hersteller bremsen die Produktion. Für Dich in der Bodensee-Region – ob Campingplatz, Händler, Vermieter oder Tourismusanbieter – ist das kein Grund zur Panik, sondern ein Signal zum Handeln.
Was gerade passiert – die Kurzlage
- Neuzulassungen gehen zurück: Der Branchenverband CIVD meldete zuletzt deutliche Minus-Raten in einzelnen Monaten; im September lagen Caravan-Neuzulassungen z. B. ≈ 22 % unter Vorjahr. Der Trend zeigt: Nach dem Boom normalisiert sich die Nachfrage – teils mit Rückgängen 2025.
- Hersteller unter Druck: Knaus Tabbert machte 2024 Verlust und stoppte zeitweise die Produktion; weitere Hersteller passten Kapazitäten oder Personal an. Das zeigt, wie breit der Gegenwind ist.
- Boom nicht komplett vorbei – aber anders: 2024 war für viele Kennzahlen noch stark, zugleich kippten 2025 die Vorzeichen (Rückgänge, Rabattdruck, Abverkauf). Kurz: hohe Basis, aber kühlere Gegenwart.
Was das für Dich am Bodensee bedeutet – und wie Du jetzt Kurs hältst
1) Nachfrage abholen, die es noch gibt – mit smarten Angeboten
- Nebensaison & „Saisonverlängerung“ aktiv bespielen: Mach aus Spätherbst/Winter einen USP. Kommuniziere explizit, welche Plätze geöffnet sind (z. B. Park-Camping Lindau bis Anfang Januar), welche Services (beheizte Sanitärs, Strom, Trockenraum) warten – und welche Winter-/Advent-Erlebnisse erreichbar sind.
- „Test-&-Try“-Wochenenden für Einsteiger: Händler/Vermieter bieten Probefahrten + 1 Nacht Stellplatz + Einweisung. Idealer Zeitpunkt: außerhalb der Ferien.
2) Preise & Produkte beweglicher machen
- Dynamische Preisgestaltung: Wochenenden mit hoher Nachfrage etwas heben; unter der Woche/bei Kälte mit „3=2“- oder „Midweek-Specials“ füllen.
- Gebrauchtmarkt gezielt nutzen: Registrierungen sinken, aber Umschreibungen/Gebrauchtgeschäft liefen zuletzt robuster – bereite Inzahlungnahmen, Garantien und „Zustandsberichte“ gut auf.
3) Kooperationen am See – gemeinsam statt allein
- Thermen- und Weihnachtsmarkt-Bundles: Stellplatz + Thermen-Eintritt (Meersburg/Konstanz) + Glühwein-Gutschein; kurze Wege und einfache Buchung sind Gold wert. (Märkte/Events sind ein klarer Besuchsgrund in der kalten Jahreszeit.)
- Vier-Länder-Idee ausspielen: Tagesausflug Lindau ↔ Bregenz (Weihnachtsmärkte, „Weihnachtsschiff“) – grenzüberschreitend bewerben.
4) Sichtbarkeit erhöhen – genau dort, wo Deine Gäste suchen
- SEO-Basics jetzt: Inhalte wie „Wintercamping Bodensee“, „Stellplatz Lindau Weihnachten“, „Silvester Wohnmobil Bodensee“; kurze, klare Landingpages mit Buchungsbutton.
- Echte Saison-Infos aktualisieren: Öffnungszeiten, Strom/Heizung, Winterdienst, Wege zum Markt – konkret, aktuell, ohne Floskeln.
- Social-Proof nutzen: Reels von morgendlichem Nebel am See, Thermen-Abende, ruhige Promenaden statt Sommerdrohnen – das matcht die jetzige Stimmung.
5) Sortiment & Service schärfen (Händler/Vermieter)
- „Winter-Ready“-Pakete: Isomatten, Gas-Check, Batterie-Check, Standheizung-Service, App-Einweisung (Heiz-/Energie-Monitoring).
- Flexible Mietmodelle: 48-/72-h-Wochenendtarife, Kurzentschlossene-Rabatt 72 h vor Anreise, „Workation-Week“ mit Datenvolumen.
- Vorführwagen clever drehen: Bei langsamerem Abgang früh in gepflegte junge Gebrauchte überführen – der Gebrauchtmarkt bleibt wichtig.
6) Kommunal & Destination: Infrastruktur sichtbar machen
- Ver- & Entsorgung ganzjährig sichern und ehrlich kommunizieren (Öffnungszeiten, Winterbetrieb).
- Digitale Belegung/Bezahlung (QR, Apps) ausbauen – spontan reisende Zielgruppen lieben Reibungslosigkeit.
- Ruhe-Zonen definieren: In der kalten Jahreszeit ist „leise, sicher, nah am Licht“ oft wichtiger als Animationsprogramme.
Chancen-Fazit
Ja, die Nachfrage nach neuen Reisemobilen kühlt 2025 ab – das ist Fakt. Aber der Bodensee hat alles, um genau jetzt zu punkten: kurze Wege, starke Winter-/Advents-Anlässe, Wellness, Kulinarik und viele Stellplätze, die länger offen haben. Wenn Du Angebote bündelst, Preise intelligent lenkst und die Stimmung der Jahreszeit triffst, machst Du aus der Delle eine Chance – und bleibst sichtbar, buchbar und relevant.
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